Als ich vor 4 Jahren begann mir meinen persönlichen Garten auszumalen, war mir schnell klar, dass die Farbe Weiß meine Grundfarbe in der Gestaltung meines Gartens sein soll. Physikalisch ist Weiß die Summe aller Farben. Weiß hat in unserer Kultur keinen negativen Zusammenhang und wird mit Begriffen wie Licht, Anfang, Hochzeit, Unschuld, Unendlichkeit, Reinheit und Wissenschaft assoziiert. Weizen gab der Farbe Weiß seinen Namen. Im Englischen „white“ und „wheat“, im Schwedischen „vit“ und „vete“. In anderen Sprachen ist Weiß mit dem Glänzen des Lichtes verwandt. „Bianco“ auf Italienisch, „Blanc“ im Französischen und „Leukos“ im Griechischen heißt Leuchten.

Im Gegensatz zum westlichen Kulturkreis steht in der buddhistischen Kultur die Farbe Weiß für Trauer. In China für Alter, Herbst, Westen und Hinterlist. In Afrika hat die Farbe Weiß eine herausragende Symbolik. Sie steht vielerorts für Tod. Als Körperbemalung dient sie dazu mit jenseitigen Geistern in Kontakt zu treten.

Doch ungeachtet dieser Hintergründe gefällt mir die Farbe Weiß im Garten vor allem aufgrund ihrer strahlenden Leuchtkraft. Gerade in der Dämmerung, wenn Pflanzen und Bäume Schatten werfen und sich das Tageslicht langsam verabschiedet, beginnt für mich meine „weiße Stunde. Blüten wirken wie mit Scheinwerfern angestrahlt und grenzen sich scharf ab. Der gesamte Garten erfährt eine neue Dreidimensionalität. Diesen Effekt unterstütze ich in meinem Garten mit Solarkugeln mit bläulichem Lichtschein.

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Wenn man bereits zu Beginn der Gartenplanung die zukünftigen Farbvorlieben miteinbezieht, entfällt späteres Hin-und Herpflanzen. Klingt einfach. Ich persönlich habe aber die Erfahrung gemacht, dass eine kompromisslose Farbgebung gar nicht so einfach zu realisieren ist. Nicht jede Pflanze in weiß passt an den dafür vorgesehenen Standort. Und weiße Pflanzen und Blumen entsprechend zu kombinieren ist eine Kunst. Hier ist Mut und Experimentierfreudigkeit gefordert. Und vielleicht auch die eine oder andere Nachfrage an den „Gärtner eures Vertrauens“.